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Prostata-MRT

Hochauflösende Prostatadiagnostik zur gezielten Abklärung von Prostatakrebs

Multiparametrische Prostata-MRT (mpMRT)

Moderne mpMRT-Diagnostik bei erhöhtem PSA-Wert, unklaren Befunden und Therapieplanung

Die multiparametrische MRT (mpMRT) der Prostata ist derzeit das genaueste Verfahren zur Beurteilung der Prostata und ist den üblichen Verfahren wie Tastbefund und ungezielter Biopsie deutlich überlegen. Das Prinzip basiert auf der strahlenfreien Analyse der Prostata aus mehreren Perspektiven: Zum einen wird die Anatomie der Prostata hochauflösend in drei Ebenen dargestellt, dann erfolgt eine sogenannte Diffusionsbildgebung als Maß für die Zelldichte, zuletzt erfolgt noch eine Perfusionsbildgebung als Maß für die Durchblutung.

Mittels dieser Methode ist auch bei sehr frühen Stadien eines Prostatakarzinoms nachweislich möglich, den Tumor zu finden und schnellstmöglich einer Therapie zuzuführen.

Mittlerweile wurde die Untersuchung aufgrund des hohen Stellenwertes in die Leitlinien aufgenommen und stellt die Methode der Wahl in der Diagnostik des Prostatakarzinoms dar.

Multiparametrische Bildgebung
(mpMRT)

Entscheidend ist dabei nicht das Gerät allein, sondern die Art der Bildgebung: Bei der sogenannten multiparametrischen MRT – kurz mpMRT – werden mehrere Bildgebungssequenzen kombiniert, die jeweils unterschiedliche Informationen liefern. Die T2-gewichtete Sequenz zeigt die Feinstruktur der Prostata und erlaubt die präzise Abgrenzung der peripheren und zentralen Zonen. Die diffusionsgewichtete Sequenz (DWI) macht Gewebe mit dicht gepackten Zellen sichtbar, wie sie für Tumorgewebe typisch sind. Und die dynamische Kontrastmittel-Sequenz (DCE) zeigt, wie stark und wie schnell Gewebebereiche durchblutet werden – auch das ein wichtiger Hinweis auf einen möglichen Tumor.

Standardisierte Befundung
(PI-RADS)

Die Befundung erfolgt anschließend standardisiert nach PI-RADS in der aktuellen Version 2.1. PI-RADS steht für „Prostate Imaging Reporting and Data System“ und ordnet jeden auffälligen Bezirk in eine Wahrscheinlichkeitsklasse von 1 (unauffällig) bis 5 (hochverdächtig auf einen klinisch relevanten Tumor) ein. Diese Klassifikation ist international etabliert und sorgt dafür, dass Ihr Befund auch an anderen Zentren eindeutig verstanden und eingeordnet werden kann.

Wann ist eine Prostata-MRT sinnvoll?

Die häufigste Indikation für eine Prostata-MRT ist ein erhöhter oder steigender PSA-Wert. Die multiparametrische MRT (mpMRT) hilft in dieser Situation, die entscheidende Frage zu klären, ob eine Biopsie notwendig ist – und wenn ja, an welcher Stelle gezielt Gewebe entnommen werden sollte. Ein unauffälliger Befund kann in vielen Fällen dazu beitragen, eine sofortige Biopsie zu vermeiden.

Typische Einsatzbereiche im Überblick:

  • Erhöhter oder unklarer PSA-Wertzur Abklärung einer möglichen Tumorerkrankung
  • Nach negativer Biopsie, insbesondere bei weiterhin auffälligem PSA-Verlauf
  • Active Surveillance, zur Verlaufskontrolle bei bekannten, nicht-aggressiven Tumoren
  • Nachsorge nach Therapie (Operation, Bestrahlung oder fokale Verfahren) zum Ausschluss eines Rezidivs
  • Therapieplanung und Zweitmeinung etwa bei der Entscheidung zwischen verschiedenen Behandlungsoptionen
Die mpMRT ermöglicht eine differenzierte Beurteilung der Prostata und erfasst auch Bereiche, die bei klassischen Biopsieverfahren schwer zugänglich sind. Sie ist damit ein zentraler Baustein der modernen Prostatadiagnostik und unterstützt eine gezielte, individuelle Entscheidungsfindung.

Ablauf der Untersuchung

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Vorbereitung & Aufklärung

Bringen Sie zum Untersuchungstermin mögliche Vorbefunde mit. Falls eine Prostatabiopsie bei Ihnen durchgeführt wurde, sollte eine MRT der Prostata frühestens 2-3 Monate danach erfolgen.

Da die MRT der Prostata empfindlich auf Luft- und Stuhlfüllung reagiert, bitten wir Sie am Tag der Untersuchung nur leichte Kost zu sich zu nehmen und auf blähende Speisen (wie zum Beispiel Bohnen) zu verzichten. Idealerweise sollte der Darm am Untersuchungstag schon zuhause entleert werden. Direkt vor der Untersuchung werden Sie noch einmal aufgefordert, den Darm und die Harnblase zu entleeren.

Zur Minimierung der Darmbewegung und der daraus resultierenden Erhöhung der Bildqualität wird in der Regel das kurzwirksame Medikament Buscopan verabreicht. Lediglcih bei einem erhöhten Augeninnendruck (grüner Star) wird das Medikament nicht appliziert.

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MRT-Untersuchung

Die MRT-Untersuchung dauert in der Regel etwa 30 bis 40 Minuten und erfolgt in mehreren Sequenzen. Währenddessen liegen Sie entspannt im 3-Tesla-MRT. Unser Team begleitet Sie durchgehend, informiert Sie über den Ablauf und steht jederzeit über eine Gegensprechanlage mit Ihnen in Kontakt.

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Nach der Untersuchung & Befund

Im Anschluss an die Untersuchung erfolgt eine Befundbesprechung mit dem Arzt aus dem Prostata-Expertenteam. Danach können Sie die Praxis ohne Einschränkungen verlassen. Bitte beachten Sie, daß das vor der Untersuchung zur Minimierung der Darmbewegung verabreichte Medikament Buscopan die Sehfähigkeit kurzzeitig einschränken kann. Im Idealfall bitten Sie deshalb jemanden , Sie nach Hause zu begleiten.

Kompetenzzentrum für Prostatadiagnostik

Seit vielen Jahren befundet unser Expertenteam Prostata-MRTs in hoher Anzahl. Selbstverständlich besitzen alle in diesem Team die höchste Zertifizierungsstufe der deutschen Röntgengesellschaft (Q2 Zertifizierung)
Durch die Anbindung an die Urologische Klinik München-Planegg und das dortige Uroonkologische Zentrum sind wir Teil einer Versorgungskette, in der jede einzelne Station – Diagnostik, Biopsie, Operation, Bestrahlung, systemische Therapie – auf hohem Niveau stattfindet. Für Sie bedeutet das konkret: Wenn nach einer mpMRT eine Biopsie notwendig ist, kann diese als präzise MRT-gesteuerte Fusionsbiopsie durchgeführt werden. Die Daten der MRT werden dabei direkt in das Biopsie-System übertragen, und die Ultraschall-Sonde wird live mit den MRT-Bildern überlagert. So wird genau der Bereich punktiert, der in der MRT auffällig war.

Sicherheit und Kontraindikation

Die MRT gilt als eines der sichersten bildgebenden Verfahren der modernen Medizin. Sie arbeitet ohne ionisierende Strahlung, und Langzeitschäden durch das Magnetfeld sind nicht bekannt. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine MRT nicht oder nur unter besonderen Vorkehrungen möglich ist. Dazu zählen bestimmte ältere Herzschrittmacher, Cochlea-Implantate älterer Bauart, Insulinpumpen und Neurostimulatoren sowie seltene Metallsplitter nach Unfällen. Viele moderne Implantate sind hingegen MRT-tauglich, und wir prüfen vor jeder Untersuchung sorgfältig, ob für Sie Einschränkungen bestehen.

Bei Patienten mit einem Herzschrittmacher kann die Untersuchung je nach Art des Modells zwar prinzipiell durchgeführt werden, allerdings müssen hierzu besondere Vorkehrungen getroffen werden (zum Beispiel muss ein Kardiologe vor Ort sein und die Untersuchung überwachen). Informieren Sie uns deshalb bereits bei der Terminvergabe, falls bei Ihnen ein Herzschrittmacher implantiert wurde.

In de Regel wird bei der Untersuchung Kontrastmittel durch die Vene appliziert. Das Kontrastmittel ist sehr gut verträglich. Leichte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen und leichter Schwindel können in ungefähr 1-2% vorkommen, schwere Nebenwirkungen sind dagegen extrem selten.

Anmerkung: Ein alternatives Kontrastmittel gibt es bei dieser Untersuchung nicht, auch kann die Dosis nicht reduziert werden.

Icon FAQ Info

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss ich für die Prostata-MRT nüchtern sein?

Nein , Sie sollten lediglich am Untersuchungstag leichte Kost zu sich nehmen und auf blähende Speisen zu verzichten.

Bekomme ich bei einer Prostata-MRT Kontrastmittel?

In der Regel ja. Das gadoliniumhaltige Kontrastmittel ist sehr gut verträglich und liefert wichtige Zusatzinformationen zur Durchblutung der Prostata. Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder bekannten Unverträglichkeiten sprechen wir das individuelle Vorgehen vorher mit Ihnen ab.

Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten?

Nach der derzeitigen Rechtslage ist die MRT der Prostata keine grundsätzliche Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Deshalb bieten wir in diesen Fällen die Untersuchung als Selbstzahler-Leistung gegen Privatrechnung an. Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten im Rahmen eines Selektivertrages. Eine Liste der teilnehmenden Kassen finden Sie hier.

Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten in aller Regel.

Wie lange dauert es, bis ich den Befund erhalte?

In der Regel innerhalb von ein bis drei Werktagen. Bei dringenden Fragestellungen ist auch ein kurzfristiger Befundversand möglich.

Ersetzt die MRT die Biopsie?

Nein, aber sie verändert die Entscheidung grundlegend. Eine unauffällige mpMRT macht eine Biopsie in vielen Fällen entbehrlich. Bei auffälligem Befund wird die Biopsie gezielter und damit aussagekräftiger – idealerweise als MRT-gesteuerte Fusionsbiopsie.

Ich habe Platzangst. Kann ich die Untersuchung trotzdem durchführen?

In den meisten Fällen ja. Unsere 70 Zentimeter weite Röhre ist deutlich komfortabler als ältere MRT-Geräte. Wir können Sie zudem über die gesamte Untersuchungszeit über eine Wechselsprechanlage begleiten, und auf Wunsch kann auch ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht werden – in diesem Fall sollten Sie dann allerdings nicht selbst Auto fahren.

Ist eine Rektalspule nötig?

Bei unserem 3-Tesla-System in der Regel nicht. Die Bildqualität ist auch ohne Endorektalspule hervorragend.

Anmerkung: Wir verwenden nie eine Rektalspule.

Kontakt

Termine

Die Anmeldung erfolgt telefonisch oder per Email, für ausgewählte Bereiche auch über Doctolib

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